Um auf die erste Insel, Praslin, zu gelangen, entschieden wir uns für die Fähre von Mahé aus. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, keinen empfindlichen Magen zu haben, da die Fähre sehr schnell fährt. Tatsächlich mussten sich etwa 50 % der Passagiere während der Überfahrt übergeben. Es gibt sogar eigenes Personal an Bord, das Brechbeutel verteilt. Die Fahrt nach Praslin dauerte ungefähr eine Stunde und war alles andere als angenehm. Beim nächsten Mal würden wir lieber etwas mehr bezahlen und stattdessen zwischen den Inseln fliegen.
Nach der Ankunft auf Praslin holten wir unser Mietauto ab und fuhren zu unserer Unterkunft. Beim Erkunden der Insel mit dem Auto ist es wichtig, nicht unter Palmen zu parken, da herabfallende Kokosnüsse Schäden am Fahrzeug verursachen können. Außerdem sollte man vorsichtig fahren, da immer wieder Krabben die Straße überqueren. Besonders am Abend begegneten uns auf Praslin sehr viele Krabben auf den Straßen.
Auf dieser ersten Insel wohnten wir in einer Airbnb-Unterkunft mit direktem Zugang zum Meer. Praslin ist eine farbenfrohe Insel mit zahlreichen Palmen und tropischer Vegetation. Die unangenehme Bootsfahrt ist angesichts der traumhaften Kulisse zum Glück schnell vergessen, und man kommt sofort in echtes „Island-Feeling“.
Auf Praslin erkundeten wir die Strände mit dem Mietauto, was die einfachste und flexibelste Möglichkeit ist. Die Insel bietet unfassbar schöne, weiße Sandstrände mit türkisblauem Meer. Besonders schön ist, dass man jederzeit spontan an Aussichtspunkten, Stränden oder kleinen Buchten anhalten und die Insel auf eigene Faust entdecken kann.
Vorsicht ist jedoch geboten, da im Sand häufig Stachelrochen vergraben liegen, die man kaum erkennen kann. Grundsätzlich sind Stachelrochen friedliche Tiere, tritt man jedoch versehentlich auf ihren Stachel, kann dies sehr schmerzhaft und sogar gefährlich werden.
Folgende Strände können wir auf Praslin besonders empfehlen:
Anse Lazio (einer der schönsten Strände der Welt)
Anse Georgette
Côte d’Or Beach
Anse Petite Cour
Grand Anse (ideal für wunderschöne Sonnenuntergänge)
Anse Boudin (geheimer Spot zum Schnorcheln)
Anse La Blague (abgelegen und sehr guter Schnorchelspot)
Anse Takamaka
Außerdem solltet ihr unbedingt die frischen Früchte probieren, die am Straßenrand verkauft werden. An den Marktständen sind sie deutlich günstiger als im Supermarkt und meist besonders frisch und aromatisch.
Weitere empfehlenswerte Ausflugsmöglichkeiten sind Curieuse Island, das Vallée de Mai, Grande Sœur sowie Fond Ferdinand.
Die Anse La Blague ist ein wunderschöner, abgeschiedener Strandabschnitt, an dem man nur wenige oder sogar gar keine Menschen antrifft. Während unseres Aufenthalts begegneten wir einheimischen Kindern, die im Wasser spielten. Als wir selbst schwimmen waren, versteckten sie scherzhaft unsere Schuhe – glücklicherweise konnten wir sie später wiederfinden.
Abgesehen von diesem harmlosen Erlebnis hatten wir auf den Seychellen keinerlei unangenehme oder kriminelle Überraschungen. Dennoch gilt, wie überall auf der Welt, dass man gut auf seine persönlichen Gegenstände achten sollte.
An der Anse La Blague sieht man außerdem die typischen Granitfelsen, die so charakteristisch für die Seychellen sind und der Landschaft ihren einzigartigen Charme verleihen.
Der Côte d’Or Beach ist ein langer, weitläufiger Strandabschnitt, der sich ideal für einen gemütlichen Spaziergang eignet. Am Nachmittag gibt es hier einige Verkäufer sowie verschiedene Essensmöglichkeiten, darunter Food Trucks, Restaurants und Bars. Man kann Fotos auf der Strandschaukel machen oder einfach unter den Palmen entspannen und die Seele baumeln lassen.
Anse Boudin ist ein eher unbekannter Strand, an dem man kaum anderen Menschen begegnet und die ruhige Bucht oft ganz für sich allein genießen kann. Das Wasser ist glasklar und sehr ruhig. Im Sand lassen sich kleine weiße Sandkrabben entdecken, und mit etwas Glück kann man im stillen Wasser sogar Rochen schwimmen sehen.
Vorsicht ist jedoch geboten, da sich Stachelrochen häufig im Sand eingraben. Am besten betritt man das Wasser daher mit Riffschuhen, um auf der sicheren Seite zu sein.
Die Anse Lazio gilt als einer der schönsten Strände der Welt. Markante Granitfelsen, puderweißer Sand und das türkisfarbene Meer schaffen eine wahrhaft paradiesische Kulisse. Besonders in den frühen Morgenstunden ist dieser Strandabschnitt sehr zu empfehlen, da er dann noch angenehm ruhig ist. In der Umgebung gibt es zudem mehrere Restaurants und Bars, die zum Verweilen einladen.
Tipp: Folgt man dem kleinen Pfad über die Felsen, gelangt man zur Petite Anse Lazio. Dieser Strand ist deutlich weniger besucht und bietet eine wunderbar abgeschiedene Atmosphäre.
Die Anse Georgette genießt den Ruf, einer der schönsten Strände der Seychellen zu sein. Türkisblaues Wasser, puderweißer Sand und die typischen Granitfelsen sorgen für eine traumhafte Kulisse. Der Zugang zu diesem Strand ist ausschließlich per Boot oder über das Gelände des Hotels Lemuria möglich. Alternativ kann man auch von der Anse Lazio zur Anse Georgette wandern.
Wir selbst gelangten über das Hotelgelände zur Anse Georgette. Dafür muss man sich jedoch vorab eine Genehmigung beim Hotel einholen – idealerweise etwa eine Woche im Voraus. Es ist außerdem wichtig, ausreichend Getränke mitzunehmen, da der Weg etwas länger ist. Der Spaziergang lohnt sich jedoch: Der Pfad führt direkt am Golfplatz vorbei und bietet schöne Ausblicke. Teilweise geht es steil bergauf und bergab, daher ist festes Schuhwerk empfehlenswert.
Am Strand selbst gibt es weder Restaurants noch Bars und auch keine Sanitäranlagen. Lediglich ein kleiner Stand bietet Getränke, Früchte und Snacks an, diese sind allerdings etwas teurer.
Um zur Anse Takamaka zu gelangen, kommt man an einer kleinen Schildkrötenfarm vorbei, bei der man die Tiere im Sand beobachten kann. Die Anse Takamaka ist ein idealer Ort zum Schnorcheln und Entspannen. Das Wasser ist glasklar, und die im Meer liegenden Granitfelsen schaffen eine wunderschöne, fast schon magische Kulisse.