Nach einem dreistündigen Flug von Sydney nach Cairns landeten wir an der australischen Ostküste. Mit dem Mietwagen ging es direkt weiter nach Port Douglas. Schon auf dem Weg dorthin machten wir Bekanntschaft mit den ersten riesigen Spinnen – zum Glück blieben sie im Freien! Unser Hotel in Port Douglas hatte ich extra so ausgewählt, dass im Spinnen-Notfall rund um die Uhr jemand an der Rezeption erreichbar gewesen wäre. Rückblickend unbegründet: In den Innenräumen blieben wir von giftigen Tieren komplett verschont. (ZUM GLÜCK 😊)
Am nächsten Morgen zog es uns direkt an den Strand neben unserem Hotel. Ein wunderschöner Ort, der allerdings auch seine Tücken hat: Wir entdeckten sofort die ersten Warnschilder vor Quallen und Krokodilen. Wegen der aktuellen Quallensaison war das Baden im Meer ohnehin nur in den speziell abgesperrten Netzen erlaubt. Ein Highlight war unser Spaziergang zum nahegelegenen Trinity Bay Lookout. Der Weg hinauf führt durch die Natur, in der man tolle Vögel beobachten kann, und oben wird man mit einem fantastischen Panoramablick über den Strand und das endlose Meer belohnt. Der Strand eignet sich auch hervorragend für einen 4-Mile-Barfuß-Lauf und eine Yoga-Session am Morgen.
Ein absoluter Geheimtipp in Port Douglas ist die historische Hochzeitskapelle St. Mary’s by the Sea. Sie ist unglaublich süß und versteckt im Inneren ein echtes Highlight: Hinter dem Altar befindet sich ein großes Fenster, das einen atemberaubenden Blick direkt auf das blaue Meer freigibt.
Einer unserer Hauptgründe für den Besuch in Port Douglas war das Great Barrier Reef. Wir buchten einen Ganztagesausflug inklusive Tauchgang. Man sollte vorab beachten, dass die Bootsfahrt dorthin ungefähr 1,5 Stunden dauert. Wir hatten leider nicht das beste Wetter erwischt. Da zudem Quallensaison war, mussten wir verpflichtend einen Ganzkörper-Quallenschutzanzug tragen. Diese Mini-Quallen sind teilweise kaum sichtbar, aber lebensbedrohlich. Auf dem Boot wurde ich leider seekrank. Deshalb musste ich das Briefing für den Tauchgang abbrechen und entschied mich kurzerhand fürs Schnorcheln. Das war im Nachhinein die bessere Entscheidung: Man war an keinen Guide gebunden und konnte frei herumschnorcheln. Das Great Barrier Reef ist an diesen Stellen nicht wirklich tief, sodass man allein beim Schnorcheln bis zum Grund sieht (sofern die Wetterbedingungen passen).
Vom Riff selbst hatten wir uns allerdings mehr erwartet. Es ist leider stark ausgebleicht und im Vergleich zur Südsee waren viel weniger Unterwassertiere zu sehen. Der Ausflug selbst war dennoch schön (wenn man nicht seekrank wird 😉). Es gab genug zu essen an Bord und wir hielten insgesamt an drei verschiedenen Stationen.
Ein echtes Highlight in der Nähe von Cairns ist der Trinity Beach: Am späten Nachmittag kann man dort unglaublich viele Kängurus in freier Wildbahn erleben. Da die Tiere sehr scheu und unberechenbar sind, ist ein respektvoller Sicherheitsabstand absolute Pflicht – schließlich sind es Wildtiere, die zur Verteidigung auch mal angreifen können. Wir haben uns einfach gemütlich auf eine Parkbank gesetzt und das Spektakel aus der Ferne genossen. Ein absolut magischer Moment!
Ein absolutes Muss auf dem Roadtrip von Cairns nach Port Douglas ist der Rex Lookout. Der perfekte Zwischenstopp, um den spektakulären Panoramablick über die Küste auf sich wirken zu lassen. Wer etwas Zeit mitbringt, packt am besten eine Decke und Snacks ein – der Ausblick eignet sich nämlich hervorragend für ein gemütliches Picknick.
Ein weiteres absolutes Highlight unseres Port-Douglas-Trips war eine geführte Tour in den Daintree-Regenwald. Auf eigene Faust kommt man hier mit dem normalen Mietwagen nicht rein, da zum Schutz der Natur nur E-Fahrzeuge erlaubt sind. Erster Stopp des Tages: das Wildlife Habitat. Ein toller, sehr offen gestalteter Zoo, in dem wir Kängurus füttern und Koalas, Krokodile sowie exotische Vögel aus nächster Nähe bewundern konnten.
Danach ging es tief hinein in den Daintree-Regenwald, den ältesten Regenwald der Erde. Es fühlt sich an wie das Betreten eines tropischen Paradieses – inklusive riesiger Spinnen, die zum Glück hoch oben in den Bäumen blieben! Ein unvergessliches Erlebnis war die traditionelle Rauchzeremonie eines indigenen Guides, der uns in die Geheimnisse der pflanzlichen Heilkräuter einweihte.
Vorbei an farbenprächtigen Vögeln erkundeten wir die Pfade später auf eigene Faust und wagten uns für eine kurze Abkühlung in den eiskalten Mossman River. Aber Vorsicht ist geboten: Das Mossman Gorge Cultural Center warnt ausdrücklich vor dem Schwimmen, da lebensgefährliche Strömungen und plötzliche Sturzfluten (Flash Floods) auftreten können. Insgesamt ein absolut lohnenswerter Ausflug, bei dem man unfassbar viel über die Natur und die Kultur der Kuku Yalanji lernt. Ein absolutes Muss!
Der Daintree River ist ein mächtiger Fluss, der von Mangrovenwäldern umgeben ist. In dem Fluss wimmelt es nur so von Krokodilen. Wir haben eine Safari gebucht, da wir die gefährlichen Wesen aus der Nähe sehen wollten. Die Krokodile bewegen sich meist nur sehr langsam oder relaxen einfach auf kleinen Sandbänken neben dem Fluss. Manchmal tauchen sie völlig geräuschlos auf, sind plötzlich da und in der nächsten Sekunde schon wieder weg, ohne dass man es richtig merkt. Der Tour-Guide erzählte uns, dass hier sogar schon einmal ein Krokodil einen Hund gefressen hat. Eine Frau hatte ihren Hund mit auf die Safari genommen. Das Tier bellte und lief am Rand des Boots entlang, als plötzlich ein Krokodil hochschoss und den Hund verschlang. Man sollte unbedingt beachten, dass das Boot rundherum offen ist. Überall stehen Warnschilder, dass man nicht zu nah an den Bootrand gehen soll – es sind schließlich gefährliche Wildtiere.
Wer Geld sparen möchte und Zeit sowie Geduld mitbringt, kann zum Crocodile Viewpoint am Captain Cook Highway fahren. Dort kann man von der Brücke aus die Tiere beobachten. Allerdings kann es manchmal eine Zeit lang dauern, bis sich ein Krokodil zeigt. Da sich die Tiere sehr langsam bewegen, plötzlich verschwinden oder teilweise sehr weit weg sind, ist der Besuch oft eine Frage der Geduld.
Am Crocodile Viewpoint sieht man auch immer wieder einheimische Fischer. Das sollte man aber auf keinen Fall nachmachen! Ohne Erfahrung auf eigene Faust fischen zu gehen, ist in einem Krokodil-Fluss lebensgefährlich. Die Locals sind mit der Gefahr aufgewachsen, kennen das Verhalten der Tiere in- und auswendig und wissen im Ernstfall genau, wie sie reagieren müssen. Als Tourist sollte man hier lieber kein Risiko eingehen.
Abseits der Naturwunder hat uns die Ostküste auch mit ihrer Kultur verzaubert. Der australische Sternenhimmel ist schlichtweg magisch – so unfassbar klar und mit Millionen funkelnden Sternen, dass kaum ein anderer Ort der Welt mithalten kann. Gesellig wird es am Abend in den Pubs, wo die Locals eine riesige Leidenschaft für Bingo haben. Wir haben uns natürlich anstecken lassen und eine Runde mitgezockt! Das skurrilste Highlight erlebten wir aber in einer Pizzeria in Port Douglas: Dort finden tatsächlich Froschrennen statt. Ja, richtig gehört! Die Frösche hüpfen um die Wette, man kann seinen eigenen Favoriten ins Rennen schicken und tolle Preise gewinnen. Wir haben das verrückte Spektakel allerdings lieber entspannt bei einer leckeren Pizza aus der Ferne beobachtet.