Unser letzter Stopp in Französisch-Polynesien war Bora Bora. Obwohl uns die Insel mit einigen Regentagen empfing, ließen wir uns die Laune nicht verderben. Insgesamt verbrachten wir zwölf Nächte im Paradies: Die ersten acht davon in einem Overwater-Bungalow im Norden der Hauptinsel, die restliche Zeit in einem Strandbungalow im Süden. Beide Unterkünfte waren privat und traumhaft schön. Wie schon zuvor verpflegten wir uns zu etwa 80 % selbst. Die Insel erkundeten wir zum Teil mit dem Fahrrad oder Auto, während wir die Unterwasserwelt auf eigene Faust mit dem bereitgestellten Kajak entdeckten.
Als wir versuchten, mit dem Kajak die Motus (die kleinen Inseln rund um die Hauptinsel) zu besuchen, merkten wir schnell, dass wir die Distanzen unterschätzt hatten. Was so nah aussah, entpuppte sich als echter Kraftakt: Die Strömung war extrem und die Hitze unerbittlich. Die Enttäuschung folgte bei der Ankunft: Da die meisten Inseln exklusiv zu Hotels gehören, wurden wir sofort vom Sicherheitsdienst abgewiesen. Wir durften dort leider nicht einmal kurz verschnaufen.
Neuer Tag, neues Glück! Diesmal paddelten wir in die entgegengesetzte Richtung zu einem versteckten Schnorchelspot mitten im Meer. Wieder war es ein echter Kraftakt und die Fahrt zog sich ewig hin. Unser Weg führte uns an den prunkvollen Overwater-Villen der Luxushotels vorbei – dabei galt: Je weiter draußen im Meer, desto exklusiver die Villen.
Wegen der starken Strömung kamen wir nur im Schneckentempo voran. Als wir gerade ganz dicht an einer Terrasse vorbeipaddelten, passierte es: Ein nacktes Pärchen lief völlig unbeschwert draußen herum. Sie hatten wohl nicht damit gerechnet, dass zwei Fremde mitten im Nirgendwo mit dem Kajak vorbeikommen würden. Da wir so extrem langsam vorankamen, wurde die Situation für beide Seiten so richtig peinlich. Vielleicht hielten sie uns sogar für aufdringliche Paparazzi!
Zehn Minuten später hatten wir es endlich geschafft: Wir erreichten den Schnorchelspot und wurden belohnt. Wir waren mutterseelenallein mit den Fischen – keine anderen Touristen, einfach nur bezaubernd.
Trotz unseres Drangs, alles auf eigene Faust zu entdecken, buchten wir eine ganztägige Schnorcheltour inklusive Lunch auf einer Insel, die nur von Einheimischen bewohnt wird – für mich ein absolutes Muss auf Bora Bora!
Wir umrundeten die gesamte Hauptinsel und steuerten dabei die spektakulärsten Spots an. Das Programm war unglaublich vielseitig: Wir gestalteten unsere eigenen traditionellen Strandtücher und lernten den Profi-Trick, wie man eine Kokosnuss in Sekundenschnelle öffnet. Das Highlight war jedoch das Mittagessen, das von den Einheimischen frisch zubereitet wurde und das wir ganz entspannt mit den Füßen im glasklaren Meer genossen.
Auch die Tierwelt zeigte sich von ihrer besten Seite. Wir sahen Delfine, Tigerrochen, majestätische Mantas und Haie. Dazu kamen unzählige bunte Fische – es waren so viele, dass wir sie überall an unserem Körper spüren konnten. Ein besonderer Fotostopp war ein Riff, an dem der Schriftzug „BORA BORA“ kunstvoll im Wasser gestaltet wurde.
Obwohl wir die Unterwasserwelt normalerweise lieber in aller Ruhe allein erkunden, um den Massen zu entgehen, war dieser Ausflug das absolute Highlight unserer Zeit auf der Insel. Die Guides kennen einfach die besten Plätze, um diese enorme Vielfalt an Meeresbewohnern aus nächster Nähe zu erleben. Der Tag hat sich wirklich gelohnt!
Was uns jedoch am allermeisten faszinierte, waren die unzähligen, verschiedenen Blautöne des Meeres. Je nachdem, auf welcher Seite der Insel wir uns befanden, wechselte die Farbe des Wassers von einem tiefen Dunkelblau bis hin zu einem strahlenden Türkis. Ein ganz spezielles Meeresblau, das wir in dieser Intensität bisher nur auf Bora Bora erlebt haben, hat uns vollkommen in seinen Bann gezogen. Diese unglaubliche Farbpalette lässt sich kaum in Worte fassen – aber die Fotos geben euch einen kleinen Eindruck von diesem Naturschauspiel.
Ein absoluter Zufall bescherte uns im Süden der Insel ein Erlebnis der besonderen Art: Genau während unseres Aufenthalts am Matira Beach fand das berühmte Hawaiki Nui Va’a statt. Wir wussten bei der Buchung nichts davon, aber wir landeten mitten im größten Event Französisch-Polynesiens.
Dabei handelt es sich um das wichtigste Kanu-Rennen der Region, das über drei Tage geht und eine Strecke von insgesamt 129 Kilometern zwischen verschiedenen Inseln umfasst. Das große Ziel des Rennens? Ausgerechnet der Matira Beach – und unser Strandbungalow lag direkt an der Ziellinie!
Statt einsamer Idylle hatten wir also die totale Party direkt vor der Haustür. An Ruhe war hier absolut nicht zu denken, da die ganze Insel auf den Beinen war, um die Athleten zu feiern. Zum Glück hatten wir die entspannte Stille bereits in den acht Tagen zuvor im Norden der Insel genossen, sodass wir uns nun voll und ganz auf das bunte Treiben und die mitreißende Stimmung einlassen konnten.
An einem unserer Abende schwangen wir uns auf die Fahrräder und fuhren zum legendären „Bloody Mary’s“. Das Restaurant ist weltberühmt – vor allem, weil hier schon etliche Prominente zu Gast waren. Auch wenn wir an diesem Abend keinen Hollywood-Star am Nachbartisch entdeckten, war der Besuch ein Erlebnis. Das Ambiente ist einmalig: Man sitzt unter freiem Himmel, die Einrichtung ist rustikal und der Boden besteht komplett aus feinem Sand. Es ist eine Bar, die genau das entspannte Südsee-Feeling versprüht, das man sich auf Bora Bora wünscht.
Bora Bora ist eine absolute Trauminsel, auf der man wunderbar relaxen und die Unterwasserwelt erkunden kann. Rückblickend waren 12 Nächte für uns jedoch etwas zu lang. Man kann dort außer Entspannen nicht allzu viel unternehmen. In Zukunft würden wir eher 5 bis 8 Nächte einplanen und die restliche Zeit lieber auf einer weiteren Insel oder länger auf Tahiti oder Moorea verbringen.
Die Insel lässt sich nicht nur vom Wasser aus erleben. Es gibt auch einige kleine Berge, die man bewandern kann. Wir sind sogar auf einen davon ‚gewandert‘, was uns eine ganz neue Perspektive auf die Lagune ermöglichte.
Während wir an den prunkvollen Overwater-Villen vorbeipaddelten, wurde uns erst bewusst, in welcher exklusiven Welt wir uns hier bewegten. Die Resorts, die auf den Motus gegenüber der Hauptinsel liegen, verlangen für einen Overwater-Bungalow locker über 1.000 € pro Nacht – und das oft ohne Frühstück!